Nachdem die dritten Klassen im HSU-Unterricht die Themen Auge und Blindheit durchgenommen hatten, wollten sie sich mit eigenen Augen davon überzeugen, wie sich blinde Menschen im Alltag zurecht finden. Frau Diezinger hatte dazu Kontakt zum bayerischen Blindenbund aufgenommen und Frau Susanne Lipp in die dritten Klassen eingeladen.
Für die Kinder war dies ein besonderer Schultag. Sie hatten sich viele Fragen überlegt, die Frau Lipp beantwortete, und hörten interessiert zu, als sie aus ihrem Leben erzählte: Frau Lipp war nicht von Geburt an blind, sondern erblindete erst im Alter von 37 Jahren aufgrund einer Augenkrankheit. Anschaulich berichtete sie, wie sie mühsam lernen musste, sich ohne Augenlicht zurecht zu finden.
Dazu hatte sie auch einige Dinge mitgebracht: einen Blindenstock, eine Armbanduhr für Blinde, Blindenwürfel, Spielkarten und ein Kinderbuch in Blindenschrift und eine Einschenkhilfe, die piepst, bevor das Glas überläuft. Außerdem hatte sie verschiedene Brillen dabei, die verschiedene Arten von Augenkrankheiten simulierten.
Frau Lipp las den Schülern ein Gedicht vor, das in Blindenschrift geschrieben war. Dazu musste sie mit ihren Fingern langsam über die Hubbel auf dem Blatt fahren.
Besonders toll war die App „Be my eyes“, die Frau Lipp auf ihrem Handy hatte. Damit kann man Fotos machen, die anschließend von der App genau beschrieben werden. Die Kinder fanden es sehr lustig, dass die App auch Schulhündin Bonnie erkannte.
Zum Schluss der Stunde durften die Kinder (und auch die Lehrer) mit verbundenen Augen versuchen, Wasser in ein Glas einzuschenken und mit dem Blindenstock herumzugehen.
Viel zu schnell verging die Zeit mit Frau Lipp, sie musste ja auch noch die anderen 3. Klassen besuchen. Am Ende dieses spannenden Schultages waren sich alle Schüler einig: Toll, wie blinde Menschen ihren Alltag meistern!
Geschrieben von K. Diezinger