Ein Blinder besucht die 3b

Nachdem die dritten Klassen im HSU-Unterricht die Themen Auge und Blindheit durchgenommen hatten, wollten sie sich mit eigenen Augen davon überzeugen, wie sich ein Blinder im Alltag zurecht findet. Frau Diezinger hat dazu Kontakt zum bayerischen Blindenbund aufgenommen und Herrn Stephan Dietrich in die dritten Klassen eingeladen.

Für die Kinder war dies ein besonderer Schultag. Schon die Ankunft von Herrn Dietrich und seiner Blindenhündin Alma wurde mit Spannung beobachtet. Interessiert hörten die Kinder zu, als er aus seinem Leben erzählte: Herr Dietrich war nicht von Geburt an blind, sondern erst seit einem schweren Autounfall im Alter von 18 Jahren. Anschaulich berichtete er, wie er mühsam lernen musste, sich ohne Augenlicht zurecht zu finden.

Blind 1

Dazu hatte er auch einige Dinge mitgebracht: verschiedene Blindenstöcke, einen Geldbeutel mit Münzsortierer, einen sprechenden Blindenwecker, einen speziellen Messbecher und einen Blindenfußball mit Rassel.

Blind 2

Herr Dietrich mit verschiedenen Blindenstöcken,

Blind 3

mit einem Geldbeutel mit Münzsortierer

Blind 4

und mit einem speziellen Messbecher, an dem er die Maßeinheiten erfühlen kann.

Besonders toll war das Farberkennungsgerät, das auch die Kinder ausprobieren durften. Es hilft einem Blinden dabei, die Farben seiner Kleidungsstücke zu erkennen.

Blind 5

Am Ende „las“ Herr Dietrich noch ein Gedicht vor, das in Blindenschrift geschrieben war. Dazu musste er mit seinen Fingern langsam über die Erhöhungen auf dem Blatt fahren.

Blind 6

Viel zu schnell verging die Zeit mit Herrn Dietrich, er musste ja auch noch die anderen dritten Klassen besuchen. Selbst auf dem Rückweg zur S-Bahn musste Frau Diezinger ihm noch Fragen von ihren Schülern stellen. Zum Beispiel, woran ein blinder Fußballer erkennt, wann er ein Tor geschossen hat. Oder ob es eine Möglichkeit für Blinde gibt, Filme „anzuschauen“. Wie gut, dass die S-Bahn Verspätung hatte und Herr Dietrich alle Fragen beantworten konnte!

Am Ende dieses spannenden Schultages waren sich alle Schüler einig: Toll, wie blinde Menschen ihren Alltag meistern! Vor allem die Kinder der Klasse 3b, die den Umgang mit Hunden ja von Schulhund Bonnie gewöhnt sind, verhielten sich Alma gegenüber vorbildlich. Sie wussten, dass man einen „Arbeitshund“ nicht von seiner Arbeit ablenken darf – auch wenn das ganz schön schwer fällt, wenn er so süß ist und man ihn am liebsten die ganze Zeit knuddeln würde!